Ein zentrales Element der Energiewende ist die elektrische Mobilität. Strom wird als „Kraftstoff“  immer wichtiger. Aktuell sind jedoch hohe Stromkosten und eine unübersichtliche Angebotslandschaft der öffentlichen Ladeinfrastruktur die größten Barrieren beim Umstieg auf das Elektroauto. Privates Laden mit günstigem, lokal erzeugtem Solarstrom kann Abhilfe schaffen und die Mobilitätswende vorantreiben.

Bonn – 4. August 2020. Staatliche Förderungen reduzieren die Investitionskosten deutlich – nicht zuletzt deshalb boomt derzeit der Absatz von E-Autos in Deutschland. Zugleich sind jedoch Stromtarife zum mobilen Laden noch nicht transparent genug und unterliegen, je nach Automodell und Stromanbieter, starken Schwankungen.[1] Vor allem der Faktor der Stromkosten wirkt auf Bürgerinnen und Bürger, die grundsätzlich auf ein Elektrofahrzeug umsteigen würden, abschreckend: Je konkreter sich Bürgerinnen und Bürger mit dem Kauf eines E-Autos auseinandersetzen, desto stärker wirken die derzeit hohen und weiter steigenden Stromkosten als Barriere. Zu dieser Erkenntnis kommt der unabhängige Marktforscher EUPD Research, der im Auftrag des Stromspeicher-Spezialisten E3/DC gut 2.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zu Energiewendethemen befragt hat.

Den Umfrage-Ergebnissen zufolge geben knapp drei Viertel der privaten Haushalte, die eine Kaufentscheidung für ein Elektrofahrzeug bereits getroffen haben, an, dass der hohe Strompreis eine hohe Kaufbarriere darstellt. Der durchschnittliche Stromverbrauch von Elektrofahrzeugen liegt je nach Modell zwischen 15 und 30 kWh je 100 km.[1] Bei einer jährlichen Fahrleistung von 14.000 km bedeutet dies einen Stromverbrauch zwischen 2.100 und 4.200 kWh pro Jahr. Die Strompreisanalyse des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. vom Januar 2020 gibt den durchschnittlichen Strompreis im Jahr 2020 für private Haushalte mit 31,4 Ct je kWh an.[2] Somit muss der private Haushalt mit etwa 660 bis 1.300 € Stromkosten für das Laden des E-Autos rechnen. Diese Kosten werden tendenziell weiter steigen und bringen nicht die erhoffte Einsparung gegenüber konventionellen Fahrzeugen.

Private Solaranlage reduziert Stromkosten für E-Auto erheblich

Die Stromkosten privater Haushalte verzeichnen in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Damit wird auch das Fahren eines E-Autos immer teurer. Eine eigene Photovoltaikanlage in Verbindung mit intelligenter Ladetechnik erlaubt es Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern, günstigen grünen Strom für unter 10 Ct je kWh auf dem eigenen Hausdach zu produzieren, ins Auto zu laden und so den steigenden Stromkosten aus dem Weg zu gehen. Im direkten Vergleich der PV-Stromgestehungskosten mit dem Haushaltsstrompreis lässt sich eine jährliche Einsparung von 450 bis 900 Euro bei den Stromkosten für das elektrische Fahren abschätzen. Das entspricht einem Unterschied von 69 %.

Solarstrom ist der Treiber für die Mobilitätswende

Dr. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer von E3/DC, ist überzeugt: „Eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Hausdach macht das Fahren eines E-Autos zu einer attraktiven Option. Vor allem in Kombination mit einem Stromspeicher kann ein Maximum an solarer Deckung beim Laden des eigenen E-Autos erreicht werden.“ Die Auswertung tausender E3/DC-Anlagen zeige, dass viele Kunden in einzelnen Monaten den benötigten Ladestrom komplett selbst erzeugen können.

EUPD-Geschäftsführer Dr. Martin Ammon kommentiert: „Unsere Marktforschung zeigt, dass mobiles Laden an der öffentlichen Ladeinfrastruktur bereits heute kostenintensiver ist als die Nutzung von Haushaltsstrom. Doch auch hier stellen wir einen deutlichen Aufwärtstrend der Preise fest. Damit der Umstieg auf die Elektromobilität nicht ins Stocken gerät, müssen Alternativen geboten und gefördert werden, die das Fahren eines E-Autos erschwinglich machen. Wir sehen im ‚Tanken‘ von privat erzeugtem Solarstrom die attraktivste Lösung für Bürgerinnen und Bürger.“

[1] EUPD Research im Juli 2020.
[2] ADAC im April 2020.
[3] Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. im Januar 2020, S. 7.