Eine Befragung von EUPD Research unter 1.000 Hausbesitzern in Deutschland zeigt, dass weiterhin eine sehr hohe Investitionsbereitschaft für Photovoltaik besteht. In den Kaufmotiven wird die hohe Bedeutung des wirtschaftlichen Betriebes der Photovoltaikanlage herausgestellt. Das Aussetzen der staatlich garantierten Einspeisevergütung beim Erreichen des Solardeckels bildet folglich eine massive Barriere zur Anschaffung einer Solaranlage.

Bonn, 23.04.2020. Im vergangenen Jahr 2019 wuchs der deutsche Markt für Photovoltaik-Kleinanlagen bis 10 kWp auf 581 MW, was gegenüber 2018 einen Anstieg um 45 Prozent bedeutet. Die bislang für 2020 veröffentlichten Zubauzahlen für Januar und Februar zeigen für beide Monate ein weiteres Wachstum an. Eine unlängst durch den Bonner Markt- und Wirtschaftsforscher EUPD Research durchgeführte bundesweite Befragung unter gut 1.000 Besitzern von Ein- und Zweifamilienhäusern bestätigt einen auch durch die Corona-Krise ungebrochenen Trend. Die Untersuchungsergebnisse stellen klar heraus, dass sich bereits fünf Prozent der befragten Hausbesitzer zum Kauf einer Photovoltaikanlage entschieden haben. Weitere 15 Prozent der deutschen Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern befinden sich nahe einer finalen Kaufentscheidung und holen aktuell Angebote ein oder lassen sich zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage beraten.

Der bestehende starke Trend zum Kauf einer Photovoltaikanlage bei privaten Haushalten spiegelt einerseits ein gestiegenes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft wider, ist andererseits aber auch eine Reaktion auf niedrige Zinsen und stetig steigende Stromkosten. Die Corona-Pandemie führt derzeit nach Einschätzung von EUPD Research zu keinem größeren Marktrückgang.

Ein Abbild der aktuellen Motivlage zur Investition in eine Photovoltaikanlage legt die EUPD Befragung ebenfalls offen. Die wesentlichen Gruppen der Hausbesitzer, die sich bereits für den Kauf der Solaranlage entschieden haben (Planer kurzfristig) und diejenigen, die Angebote prüfen und sich aktiv beraten lassen (Planer mittelfristig), lassen hier ähnliche Motive erkennen.

Für über 80 Prozent der Planer besitzt die Möglichkeit, mit der Photovoltaikanlage einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können, eine hohe Relevanz. Für die Hausbesitzer mit einem mittelfristigen Planungshorizont zum Solaranlagenkauf wird das Motiv des Umweltschutzes noch von den Einsparpotentialen bei den Stromkosten übertroffen. Gleichermaßen zeigt sich der Unterschied im Motiv von der staatlich garantierten Einspeisevergütung profitieren zu wollen. Hierbei geben 61 Prozent der Planer mit kurzfristigem und 71 Prozent der Planer mit mittelfristigem Investitionshorizont dieses Motiv als „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“ an. Diese deutlich gestiegene Bedeutung der Einspeisevergütung ist Beleg dafür, dass sich private Haushalte mit der Investitionsabsicht in eine PV-Anlage, intensiv mit deren wirtschaftlichen Betrieb auseinandersetzen. Während die Solaranlagenkäufer von Morgen noch mit der Einspeisevergütung rechnen können, besteht bei Planern mit mittelfristiger Perspektive eine starke Unsicherheit. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist gegenwärtig ein Zubaudeckel für die Photovoltaik in Deutschland von 52 GW festgeschrieben. Diese Grenze könnte im Falle wahrscheinlicher Vorzieheffekte bereits im Juli 2020 erreicht werden und führt dazu, dass ab diesem Zeitpunkt neu installierte Photovoltaikanlagen keine Förderung über die Einspeisevergütung mehr erhalten. Entsprechend determiniert der Solardeckel im EEG die Hauptmotive der Investitionsabsichten privater Haushalte, was stark negativ auf die letztliche Kaufrealisation wirken würde, falls der Solardeckel nicht rechtzeitig fallen sollte.

„Unsere aktuelle Analyse belegt eindeutig, dass die Anschaffung einer Photovoltaikanlage einzig im Zusammenspiel aus Ökologie und Ökonomie funktioniert. Hierfür sind verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen unumgänglich.“, so Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer der EUPD Research. Bei gewerblichen Investoren, die den überwiegenden Teil des Photovoltaikzubaus in Deutschland stellen, gilt dieser Zusammenhang schon länger als unstrittig. Mit der EUPD-Befragung konnte er nun auch für private Investoren aktuell belegt werden.

Dr. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer von E3/DC, betont: „Wer eine PV-Anlage plant, will aktiven Klimaschutz betreiben und für seine Zukunft sorgen. Jede private Solarstromnutzung ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und zum Erreichen der Klimaziele. Deshalb ist ein politisches Signal überfällig: Nur mit der Aufhebung des 52-GW-Deckels hat Deutschland die Chance, ein attraktiver PV- und Speichermarkt zu bleiben!“

Detlef Neuhaus, CEO von SOLARWATT erklärt: „Der Wille der Privathaushalte zu mehr Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien wird von allen Seiten begrüßt, insbesondere auch weil er uns den Klimazielen ein Stück näher bringt. Es kann aber nicht sein, dass den Haushalten dabei abverlangt wird, jeglichen Gedanken an Wirtschaftlichkeit beiseite zu fegen und unnötigen Widrigkeiten zu trotzen. Als Hersteller bemühen wir uns sehr, Kunden bei der Planung zu unterstützen und der hohen Bürokratie Herr zu werden. Dem Einfluss des 52-Gigawatt-Deckels aber stehen wir machtlos gegenüber. Wir sind auf konsequente und weitsichtige Entscheidungen der Politik angewiesen.“

“Neben meiner Verantwortung für SHARP Energy Solutions möchte ich auch in meiner Rolle als BSW-Vorstandsmitglied eindringlich an die Bundesregierung appellieren den 52GW Deckel, den wir voraussichtlich bereits im Sommer erreichen, sofort zu entfernen. Wir brauchen die Unterstützung und ein schnelles Handeln der Regierung und keine weiteren Verzögerungen. Es ist eine wichtige Entscheidung, die sowohl die Industrie, Mittelständler als auch die Gesellschaft betrifft. Die Regierung muss jetzt handeln.”, führt Peter Thiele, President SHARP Energy Solutions Europe, aus.
Diese aktuelle Marktanalyse von EUPD Research wird von führenden Vertretern der deutschen Solar- und Speicherbranche unterstützt: BayWa r.e., E3/DC, Sharp und SOLARWATT.