Mit Erhebung der CO2-Steuer ab 2021 verteuert sich der Betrieb konventioneller Heizungssysteme kontinuierlich. Eine aktuelle Befragung von EUPD Research liefert den Beleg, dass Eigenstromnutzung, Umweltbewusstsein und Kostenersparnis die Hauptmotive für die Anschaffung von Wärmepumpen sind. Darüber hinaus zeigt die Analyse ein hohes mittel- und langfristiges Potenzial für die Umrüstung auf Wärmepumpensysteme.

Bonn – 24. November 2020. Die aktuell beginnende Heizperiode wird mit dem Jahreswechsel für Nutzer konventionell fossil betriebener Heizungen spürbar teurer. Mit der zum Januar 2021 in Kraft tretenden CO2-Steuer wird beispielsweise der Liter Heizöl zunächst um knapp acht Cent teurer. Bis 2025 steigt die Steuer auf über 16 Cent je Liter an. Zugleich stellt der Umstieg auf strombasiertes Heizen einen Kernpunkt der Energiewende dar. Auf der Technologieebene nehmen Wärmepumpen hierbei als Lösung zwar eine wesentliche Rolle ein, mit 86.000 neu installierten Wärmepumpen im Jahr 2019 konnte jedoch nur ein Zuwachs von zwei Prozent zum Vorjahr verzeichnet werden.[1] Unabhängig von der Technologiewahl ist es essentiell, dass der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

In einer aktuellen Befragung von gut 1.800 Kundeninnen und Kunden des Osnabrücker Stromspeicherspezialisten E3/DC durch den Markt- und Wirtschaftsforscher EUPD Research wurde auch die Wärmewende thematisiert. Von den E3/DC-Kundeninnen und -Kunden, die bereits eine Wärmepumpe besitzen, gaben über zwei Drittel an, das die Nutzung von selbst erzeugtem Strom die Hauptmotivation für die Anschaffung der Wärmepumpe war. Zudem fanden sich an zweiter und dritter Stelle unter den wichtigsten Faktoren Umweltbewusstsein und Kostenersparnis.

In der Detailbetrachtung der Bedeutung der einzelnen Faktoren nach dem Kenntnisstand der Befragten in Bezug auf die Wärmepumpe zeigt sich zudem eindrucksvoll, dass mit steigendem Wissensstand diese drei Faktoren in ihrer Wichtigkeit deutlich zunehmen. Während 58 Prozent der Befragten mit Basiskenntnissen angaben, dass die Nutzung der selbst erzeugten Energie ‚sehr wichtig‘ oder ‚eher wichtig‘ war, steigt dieser Anteil auf 76 Prozent unter den sehr gut informierten Kundeninnen und Kunden.

„Diese Befragungsergebnisse zur Wärmewende sind beispielhaft für die hohe Bedeutung von Informationsbedarfen in der Kundengruppe. Als vorrangiges Motiv zur Ablehnung von Energiewendetechnologien, ob im Strom-, Wärme- oder Verkehrssektor, werden übereinstimmend zu hohe Kosten angeführt. Wir beobachten dieses Phänomen seit vielen Jahren, dem lediglich mit konsequenter Aufklärungsarbeit entgegengetreten werden kann.“, betont Dr. Martin Ammon, Geschäftsführer der EUPD Research.

In der gesamten Befragungsgruppe aller E3/DC-Kundeninnen und -Kunden wird in der Kombination einer Photovoltaik-Anlage mit Stromspeicher und Wärmepumpe ein klarer Kostenvorteil gegenüber konventionellen Heizungssystemen gesehen. Während 60 Prozent dem Wärmepumpensystem eine höhere Kosteneffizienz einräumen, sprechen sich lediglich acht Prozent dagegen aus. Die Kombination von Wärmepumpen mit Solaranlage und Speicher ist ebenso auf der ökologischen Seite entscheidend, da der Betrieb der Wärmepumpe mit Strom aus dem öffentlichen Stromnetz die Ökobilanz deutlich verschlechtert.

Wenngleich strombasierte Heizungssysteme ein enormes Potenzial für die Wärmewende besitzen, ist deren Verbreitung im Gebäudebestand bislang noch gering. Knapp fünf Prozent der deutschen Wohnungen wurden im Jahr 2019 mit dem Energieträger Strom geheizt.[2] In der Fragestellung zur Anschaffung einer Wärmepumpe zeigt die Befragungsgruppe der aktuellen Untersuchung jedoch ein deutlich wachsendes Interesse. In der zeitlichen Dimension muss hierbei berücksichtigt werden, dass eine Heizungsanlage eine äußerst langfristige Investition ist, was das durchschnittliche Alter von Heizungssystemen in Deutschland von 17 Jahren klar bestätigt.[3]

Knapp zwei Prozent der E3/DC-Kundeninnen und -Kunden stehen kurz vor dem Kauf einer Wärmepumpe und haben die Entscheidung zur Anschaffung bereits getroffen. Jeder zehnte Befragte will mittelfristig in eine Wärmepumpe investieren, während gut ein Drittel zum langfristigen Käuferpotenzial für Wärmepumpen zählt.

„Die hohe Bereitschaft unserer Kundinnen und Kunden zur Erweiterung der bestehenden Photovoltaik-Speicher-Systeme mit Wärmepumpen bestätigt aus Sicht von E3/DC unser Verständnis des Gesamtsystems. Wenn der lokal erzeugte, nachhaltige Solarstrom über die Wärmepumpe zur Deckung des Wärmebedarfs führt, wird eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Investition getätigt“, fasst Dr. Andreas Piepenbrink, Geschäftsführer der E3/DC, die Untersuchungsergebnisse zusammen.

[1] Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. im Januar 2020.
[2] BDEW im Oktober 2019.
[3] ebenda

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