Eigene Energie mit Mehr- und Nährwert

Fakten auf einen Blick

  • Objekt: Geschäftshaus mit Bäckerei und Pension, Nutzfläche: 1.700 m2, Baujahr 1963
  • Standort: Spiegelau, Bayerischer Wald
  • Ausstattung: 9,54 kWp-Photovoltaikanlage, Hauskraftwerk S10 E (13,8 kWh), BHKW
  • Strombedarf: 37.500 kWh/a
  • Autarkie (2017): 85%
  • Kosten für Reststrom: ca. 135 €/Monat

Backstube mit Café, eigene Wohnung und Gästezimmer: Bei der Familie Würzbauer in Spiegelau herrscht immer hoher Energiebedarf. Mit einer Kombination aus E3/DC-Hauskraftwerk, Photovoltaik und wärmegeführtem BHKW versorgt sich der Familienbetrieb weitgehend selbst. Eine Autarkie von 85 % im Strombereich ist das Ergebnis eines durchdachten Konzepts.

Im Bayerischen Wald, nicht weit von Passau gelegen, ist die Gemeinde Spiegelau Teil einer Region mit guter Infrastruktur und nachhaltigem Tourismus. Dazu passt die eigenständige und CO2-freie Energieversorgung perfekt, sind die Brüder Karl-Heinz und Werner Simmet überzeugt, die gemeinsam die Solar-Pur AG aus Saldenburg führen. Das Unternehmen hat die Entwicklung der Solartechnologie seit vielen Jahren begleitet und realisiert zahlreiche Projekte mit Photovoltaik, Hauskraftwerken und E-Mobilität. 

Die Interessenten seien beim Thema Speicherung schon sehr aufgeschlossen, berichtet Werner Simmet: „Der Kunde weiß mittlerweile, dass es zur Photovoltaik einen Energiespeicher gibt.“ Bei der Sektorenkopplung von Strom und Wärme seien einige mit ihren Ideen auch schon sehr weit. Klaus Würzbauer, der in Spiegelau angrenzend an das eigene Wohnhaus eine Bäckerei mit Café und Pension betreibt, ist so jemand. In dem Familienbetrieb setzte man früh auf die Energiewende mit Photovoltaik, zunächst mit einer reinen Einspeiseanlage. Doch heute ist gerade in einem Gewerbebetrieb mit hohem Strombedarf die Eigenversorgung das Gebot der Stunde: Die Familie hat deshalb in ein Blockheizkraftwerk investiert, die Solarleistung auf den eigenen Dächern ausgebaut und für die Speicherung und das Energiemanagement ein E3/DC-Hauskraftwerk installieren lassen.

 

Teamwork für die Eigenversorgung

Klaus Würzbauer war längst klar, warum sich die eigene Erzeugung und der direkte Verbrauch von Solarstrom für seinen Betrieb lohnen würden: Er hat zum einen große Verbraucher in der Backstube, die über längere Zeit hohe Leistung beanspruchen, zum anderen sorgen der Café-Betrieb und die Hotelgäste für eine relativ hohe Grundlast über den Tag und weit in den Abend hinein. Das energieintensive Handwerk, berichtet Würzbauer, habe den Wunsch nach Unabhängigkeit und kalkulierbaren Energiekosten für die Zukunft geweckt. Die Konsequenz war die neue Eigenversorgungsanlage mit einer Leistung von knapp 10 kWp. Sie versorgt im Zusammenspiel mit dem BHKW das Gebäude mit Energie – für die Steuerung aller Energieflüsse im System ist das E3/DC-Hauskraftwerk verantwortlich.

Für Karl-Heinz Simmet ist das eine „perfekte Symbiose“: Im schneereichen Winter dieser Region ist der Solarstrom zwar nicht ganz unbedeutend, weil aber das BHKW für die nötige Wärme sorgt, steht zumeist auch genügend Eigenstrom zur Verfügung. Natürlich ist die Anlage als AC-Stromquelle an das Hauskraftwerk angeschlossen, das damit zum Energiemanager und nicht nur zum Solarstromspeicher wird. „Mit dem Frühjahr kommt dann die Photovoltaik hinzu und füllt ebenfalls den Stromspeicher – eine hervorragende Kombination!“

 

Stromkosten auf dem Niveau eines Einfamilienhauses

Auf beachtliche 85 % Autarkie kommt die Familie Würzbauer in ihrem Betrieb, das ergibt die Jahresauswertung für 2017 aus dem E3/DC-Portal. 41.000 kWh haben PV und BHKW in dem Referenzjahr insgesamt erzeugt, 37.000 kWh stehen dem als Strombedarf für Bäckerei, Café und Pension gegenüber. Der erreichte Autarkiegrad bedeutet, dass nur noch 5.500 kWh aus dem Netz bezogen werden mussten.

Die Stromkosten sind also drastisch gesenkt worden, berichtet Klaus Würzbauer: Als reiner Netzkunde musste er in der Vergangenheit jeden Monat rund 1.000 € berappen, als Eigenversorger kommt er mit 135 € monatlich hin, und da sind die Einnahmen aus der Solarstromeinspeisung noch nicht eingerechnet. Das Ergebnis macht auch Karl-Heinz Simmet ein wenig stolz: „Es ist eigentlich kaum zu glauben, was man erreichen kann, wenn man sich mit modernen Technologien beschäftigt!“

Kann man noch mehr erreichen? Beim Autarkiegrad und in der Energiekostenbilanz gibt es durchaus noch etwas Potenzial – denn solange regelmäßig Überschussstrom eingespeist werden muss und Netzbezug unvermeidlich bleibt, deutet alles auf zusätzliche Speicherkapazität für das Hauskraftwerk hin. Das ist für Klaus Würzbauer der nächste mögliche Schritt – und der Gedanke reift bereits!

In einer Bäckerei die Brötchen von heute mit dem Solarstrom von gestern backen? Genauso macht es Familie Würzbauer im eigenen Haus mit angrenzendem Hotel und Bäckerei.