Das Verteilnetz ist mit aktuellem PV-Ausbau nicht überlastet

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Das Pfingstwochenende mit viel Sonnenschein und wenig Stromverbrauch ist ein beliebter Anlass für spekulative Meldungen: Vor den Feiertagen gibt es viel über drohende Netzüberlastungen zu lesen (Stichwort: Hellbrise), eine konkrete Auswertung ist aber bisher nicht erfolgt. In der Öffentlichkeit entsteht so der Eindruck, die Netze könnten ohne massiven (und teuren) Ausbau kaum noch weitere regenerative Erzeugungsleistung aufnehmen. Für Photovoltaik in der Niederspannung, also für sogenannte Kleinanlagen bis 30 kWp mit Überschuss-Einspeisung, gilt das aber nicht – das ist das Kernergebnis der umfassenden Datenauswertung von E3/DC, die auch die anderen Erzeuger aller Anbieter im Ortsnetz berücksichtigt.
Die Eignung der Niederspannungsnetze für weiteren PV-Ausbau habe E3/DC nicht über Modellannahmen, sondern mit einer groß angelegten Messkampagne bewertet, betont Nicolas Bartholomäus, Energy Systems Engineer bei E3/DC: „Wir wollten einerseits den aktuellen Zustand an besonders strahlungsintensiven Tagen darstellen, andererseits aber auch aufzeigen, wie die Aufnahmekapazität der Netze einfach und konsequent erweitert werden kann.“

Räumliche Spannungsverteilung am Pfingstsamstag 2026 – Tagesminimum (05:00 Uhr, links) und Mittagsspitze (12:00 Uhr, rechts). Eine Überlastung der Ortsnetze ist nicht erkennbar.

110.000 der größeren Hauskraftwerke lieferten bundesweit Daten

Jedes Hauskraftwerk von E3/DC misst am Netzanschlusspunkt einen für den Netzzustand entscheidenden Wert: die Spannung. E3/DC hat über das Pfingstwochenende hinweg bei 110.000 Kundenanlagen Werte gesammelt und ausgewertet. „Die Situation ist vollständig beherrschbar, bei über 80 Prozent der Hausanschlüsse gab es noch größere Spannungsreserven, weitere 18,4 Prozent erreichen den Bereich zwischen 243 und 253 Volt und nur 0,15 Prozent schalteten zeitweise sauber und unkritisch im Sinne der Norm ab“, berichtet Bartholomäus.
Damit liegen wertvolle Daten vor allem aus Netzgebieten vor, die den Schluss zulassen, dass die Ortsnetze durch PV-Kleinanlagen auch in Ausnahmesituationen nicht überlastet sind. Auch wird die gebäudeorientierte Photovoltaik (gemäß der Spannung) dem Anspruch gerecht, dass dieser Strom tatsächlich im Verteilnetz bleibt und im jahreszeitlichen Gang auch komplett dort verbraucht wird. „Nach Ansicht von E3/DC sollten die Einspeisungen der Kleinanlagen bis 30 kWp wie bisher weiter nicht direktvermarktet werden, weil die umliegenden Nachbarn in keiner Weise anders günstig physikalisch versorgt werden können“, sagt Dr. Andreas Piepenbrink, CEO von E3/DC. Die aktuelle Höhe der Einspeisevergütung sei sinnhaft gewählt und diene einem flächendeckenden Ausbau moderner Gebäude mit entsprechendem Auftrag zur lokalen Versorgung.
„Physikalisch betrachtet ist Energy Sharing bereits im Ortsnetz vorhanden, die aktuellen Pläne in Richtung Direktvermarktung können für Kleinanlagen teure Bürokratie bedeuten. Der abrupte Wegfall der Einspeisevergütung sollte im Bundestag nicht beschlossen werden“, so Piepenbrink.
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